Einreisebeschränkungen durch Frankreich: Algerien drückt „seine Überraschung und sein Erstaunen“ aus
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Sie prangert eine erneute „Provokation“ an. Algerien drückte am Mittwoch seine „Überraschung“ und sein „Erstaunen“ aus, nachdem Paris am Vortag Maßnahmen angekündigt hatte, die die Einreise bestimmter algerischer Würdenträger nach Frankreich einschränken .
Algier sei „in keiner Weise über diese Maßnahmen informiert“ gewesen, die sich gegen „algerische Staatsbürger richteten, die über spezielle Reisedokumente verfügen, die sie von den Visaformalitäten befreien“, hieß es in einer Pressemitteilung des algerischen Außenministeriums, aus der die Agentur APS zitierte. Diese Ankündigung „ist Teil einer langen Liste von Provokationen, Einschüchterungen und Drohungen, die sich gegen Algerien richten“, sagte er.
Einen Tag zuvor hatte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot angekündigt, dass Frankreich „Maßnahmen ergriffen habe, um die Bewegungsfreiheit und den Zugang bestimmter algerischer Würdenträger zum Staatsgebiet einzuschränken“. „Dies sind Maßnahmen, die umkehrbar sind und enden werden, sobald die von uns geforderte Zusammenarbeit wieder aufgenommen wird“, fügte er hinzu, ohne jedoch anzugeben, wie lange diese Maßnahmen in Kraft waren oder wie viele Menschen sie betrafen.
Diese Maßnahmen seien beschlossen worden, um „die Interessen der Franzosen zu fördern oder zu verteidigen“, begründete er seine Entscheidung und erwähnte dabei die Freilassung des in Algerien inhaftierten Schriftstellers Boualem Sansal oder auch „die Rücknahme von Algeriern in irregulärer Situation“.
Seit dem Anschlag in Mulhouse ist es zwischen Algier und Paris erneut zu Spannungen gekommen. Ein 37-jähriger Algerier, der sich illegal im Land aufhielt und der Verpflichtung zum Verlassen des französischen Staatsgebiets (OQTF) unterlag, soll einen Menschen mit einem Messer getötet und sieben weitere verletzt haben. „Er wurde den algerischen Behörden vierzehn Mal vorgeführt. „Und vierzehn Mal haben die algerischen Behörden Nein gesagt“, prangerte Premierminister François Bayrou am Mittwoch an und bezeichnete die Weigerung Algiers, seinen Staatsbürger zurückzunehmen, erneut als „inakzeptabel“.
Die Haltung, die in Bezug auf Algier eingenommen werden soll, spaltet die französische Regierung zutiefst zwischen den Befürwortern des „Gleichgewichts der Kräfte“ wie Innenminister Bruno Retailleau und jenen, die den diplomatischen Weg befürworten wie Jean-Noël Barrot.
Ab 14 Uhr versammeln sich rund zehn Minister um den Premierminister zu einem Interministeriellen Rat für Einwanderungskontrolle (CICI). Im Mittelpunkt der Gespräche wird die Algerienfrage stehen.
Le Parisien